Einsteiger-Bildbearbeitungsprogramm

Testbericht: Adobe Photoshop Elements 12

2013-09-24 In der neuen Version 12 bietet Photoshop Elements etliche Verbesserungen vor allem bei Online-Fotoalben und bei der Bildkorrektur. Wie in jeder neuen Version gibt es auch in Photoshop Elements 12 neue Assistenten und Effekte. Adobe Photoshop Elements 12 soll ab heute im Handel erhältlich sein, für digitalkamera.de hat Heico Neumeyer die Bildbearbeitungssoftware von Adobe unter die Lupe genommen.  (Heico Neumeyer)

Retusche, Kontrastkorrektur und Online-Fotos – das sind die wichtigen Themen bei Photoshop Elements. Direkt aus Photoshop CS6 stammt das Inhaltssensitv-Verschieben-Werkzeug: Die Funktion zieht ein Bildmotiv an eine neue Stelle und passt die Übergänge nahtlos an; gleichzeitig verschwindet das Motiv spurlos vom ursprünglichen Ort. Interessant dabei: Elements erledigt den Übergang zwischen Umgebung und Innenbereich mit fünf unterschiedlichen Genauigkeiten. Befindet sich das Hauptmotiv in einer halbwegs homogenen Umgebung, dann lässt es sich wirklich sehr unauffällig verschieben. Und mit der Option „Erweitern“ wird das Hauptmotiv nicht verschoben, sondern dupliziert, so vermehrt man zum Beispiel Pflanzen oder Tiere. Einen weiteren Retuschetrick bietet Elements beim Drehen schiefer Horizonte: Die dabei entstehenden weißen Ecken füllt das Programm wahlweise fast unmerklich mit Retuschepixeln.

Photoshop Elements 12 baut die Zahl der Assistenten weiter aus. Erstmals kann man durch Blitz entstellte Tieraugen bequem per Assistent retuschieren. Weil geblitzte Tieraugen oft weiß oder blau erscheinen, hilft das übliche Verfahren für rotgeblitzte Menschenaugen hier nicht weiter.

Neu ist auch der Assistent zur Reparatur alter, beschädigter Fotos. Allerdings bietet dieser Assistent zu viele ähnliche Retuschewerkzeuge an – deren Besonderheiten bleiben für Einsteiger unklar, die angebotenen Funktionen stören sich teils gegenseitig. 

Eines neues Dialogfeld verspricht besonders einfache Kontrastkorrekturen: Direkt über dem Bild zieht der Anwender einen Knopf auf eine der vier Bildecken zu. Je weiter außen der Knopf landet, desto deutlicher ändert sich das Foto, je nach gewählter Bildecke wird die Aufnahme wahlweise heller oder dunkler mit jeweils mehr oder weniger Kontrast. Die Funktion hellt jedoch Schatten nicht unabhängig von den Lichtern auf und an der Farbstimmung ändert sie gar nichts – da wirken andere, bekannte Elements-Regler leistungsfähiger.

Mehr Interesse weckt eine andere Korrekturmöglichkeit: Elements bearbeitet erstmals auch übliche JPEG-Dateien im Raw-Dialog. So hat man hochwertige Funktionen für Kontrast, Schärfe und Rauschreduzierung kompakt in einem einzigen Dialogfeld. Abgesehen von der JPEG-Funktion bietet Elements im Raw-Dialog aber keine Neuheiten – eine Gradationskurve fehlt dort ebenso wie Perspektivkorrektur, Fleckenretusche, Verlaufsfilter oder Feinabstimmung für einzelne Farben.

Auch die Effekte-Abteilung baut Photoshop Elements weiter aus. Ein neuer Puzzle-Assistent zerlegt das Bild in Puzzleteile mit wählbaren Größen; einzelne Stücke lassen sich frei verschieben. Mit dem neuen Zoomeffekt-Assistenten sieht das Bild so aus, als ob es durch ein herangezogenes Zoomobjektiv fotografiert wurde; die Aufnahme erscheint dramatisch und rasant. Deutliche Verfremdung erlaubt erstmals auch der übersichtliche Schnell-Modus mit seinem stark reduzierten Funktionsumfang, wenn auch ohne Feinsteuerung: Der neue Effekte-Bereich bietet zehn flotte Filter, vor allem schnelle Bildalterung à la Instagram. Dazu kommen Strukturen und Bildrahmen.

Unabhängig von der Creative Cloud rund um Photoshop CC und Behance bietet jetzt auch Photoshop Elements einen eigenen Online-Dienst names Revel: Bilder im Organizer lassen sich mühelos zur bisher wenig genutzten Seite adoberevel.com übertragen und dort in Alben sortieren. Die Fotos sind zunächst nicht allgemein sichtbar, man kann sie jedoch für Freunde freigeben. Die Online-Sammlungen zu Festen oder gemeinsamen Urlauben lassen sich auch von mehreren Anwendern gleichzeitig füllen.

Passend dazu liefert Adobe kostenlose Apps für iPhones sowie für Android-Telefone und -Tablets. So zieht man zum Beispiel am PC eine Fotosammlung in den Online-Bereich, dann steht sie auch auf Tablet oder Handy zur Verfügung und man führt sie bequem in der Kneipe vor. Die Revel-App kopiert zudem alle Aufnahmen von Handy oder Tablet in Online-Alben und auf den eigenen Rechner. Die Handyfotos erscheinen dann gleich im Elements-Organizer. Das lästige Übertragen der Handyfotos auf den Rechner fällt so leichter. Allerdings darf man laut Adobe nur im ersten Monat beliebig viele Fotos hochladen; danach sind monatlich nur noch 50 Bilder gratis. Dauerhaft unbegrenzter Fotospeicherplatz kostet 5,99 Dollar pro Monat. Vollständig testbereit war dieser Dienst bis Redaktionsschluss noch nicht.

Kurzbewertung

  • Leistungsfähige Schnellkorrektur
  • Komfortables Verschieben von Hauptmotiven
  • Fotoalben mit Internet und Handy synchronisierbar
  • Wenig Sortierkriterien
  • Keine frei formbare Gradationskurve
  • Neuer Kontrastbefehl zu unflexibel

Artikel-Vorschläge der Redaktion