Spezialsoftware für Bildeffekte

Testbericht: Franzis Color Projects Professional

2014-04-03 Der Franzis Verlag legte mit den Bildbearbeitungsprogrammen aus der Serie "Projects Professional" sehr umfangreiche und gute Softwarelösungen für die Bereiche HDR- und Schwarz-Weiß-Fotografie vor. Die dritte Software-Rubrik im Bunde ist nun "Color Projects Professional", welches sich anschickt Farben und Farbeffekte in noch nie dagewesener Qualität zu ermöglichen und dabei leicht bedienbar zu sein. Ob die Software das halten kann, was sie verspricht, soll dieses Rezension zeigen.  (Harm-Diercks Gronewold)

Franzis Color projects professional – Arbeitsfläche [Foto: MediaNord]Der Umfang der Software liest sich beeindruckend: Insgesamt 84 Filtervoreinstellungen, 85 Expertenfilter, selektiv Anwendungen der Filter, Texturen, RAW-Konverter und vieles mehr machen Lust, die Software zu installieren. Bei der "Color Projects Professional" Installation wird automatisch ein Photoshop-Plugin installiert, wenn Photoshop CS6/CC oder Elements 11 vorhanden ist. Das vollständig installierte Programm belegt einen Speicherplatz von schlanken 116 Megabyte. Kompatibel ist "Color Projects Professional" mit Windows XP, Vista, 7 und 8 in der 32- und 64-Bit-Version. Für Apple benötigt der Anwender OS X ab 10.7 ebenfalls 32- oder 64-Bit.

Die Arbeitsoberfläche ist leicht zu überblicken und orientiert sich an den anderen „Projects Professional“-Produkten. Sprich: die Software führt den Anwender von links nach rechts durch die verschiedenen Arbeitsschritte. Nach dem Öffnen eines Bildes sucht sich der Anwender zunächst eine der Voreinstellungen aus den verschieden kategorisierten Voreinstellungen auf der rechten Seite heraus. Diese Voreinstellung kann dann so übernommen, dupliziert oder kombiniert werden, um eigene Vorlagen zu erstellen beziehungsweise aus zwei unterschiedlichen Voreinstellungen eine neue zu erstellen. In jedem Fall können diese Voreinstellungen weiter angepasst werden. Die so erzeugten Franzis Color projects professional – Kombination [Foto: MediaNord]Voreinstellungen können gespeichert und sogar exportiert werden. Die jeweils gewählte Voreinstellung wird sofort auf das Vorschaubild angewendet. Hierbei ist anzumerken, dass je größer das Bild ist auch die Berechnung der Vorschau langsamer wird. Je nach Systemleistung sollte sich der Anwender also entscheiden die Qualität der Vorschau anzupassen.

Während sich auf der linken Seite die Voreinstellungen befinden, ist in der Mitte das Vorschaufenster angeordnet. Auf der rechten Seite hingegen sind die „Effekte“ zu finden, diese bieten unzählige Möglichkeiten, Voreinstellungen zu verändern und nach eigenen Wünschen Effekte hinzuzufügen oder zu entfernen. Darüber hinaus bietet nahezu jeder Effekt die Möglichkeit, über Detaileinstellungen weiter angepasst zu werden, so dass eine individuelle Anpassung aller Aspekte eines Effektes möglich sind. Doch nicht nur die globalen Auswirkungen der Effekte lassen sich kontrollieren. Auch zwei kombinierbare selektive Anwendungsmethoden stehen bei vielen Effekten zur Verfügung. Zum einen kann über die Anpassung einer Kurve in Franzis Color projects professional – Selektive Bearbeitung [Foto: MediaNord]einer Luminanzmaske der Effekt auf Helligkeitsbereiche beschränkt oder ausgedehnt werden. Zum anderen kann man mit einer selektiven Auswahl bestimmte Bildbereiche vom jeweiligen Effekt ausschließen oder einschließen. Leider wurde hier keine „Pinsel“-Funktion integriert. Der Anwender muss mit skalierbaren Rechtecken Bereiche ein- oder ausschließen. Ebenfalls steht dem Anwender eine umfangreiche Filmsimulation zur Verfügung, um den Look von alten Analogfilmen nachzustellen. Hier bietet die Software an, die Filmsimulation vor oder nach der Effektsimulation zu berechnen; je nachdem ob der Anwender eine authentische Simulation haben möchte oder nicht.

Selbstverständlich finden sich in Color Projects Professional Hilfsmittel wie ein Histogramm, ein Bildbrowser und die Grenzpixelanzeige. Die Grenzpixelanzeige ist ein sehr schönes Werkzeug, um Bildbereiche zu erkennen, die Gefahr laufen, überbelichtet oder unterbelichtet zu werden. Das fertige Bild kann nach dem Fertigstellen aller Einstellungen vor dem Speichern noch beschnitten und dann in verschiedenen 8- und 16-Bit-Dateien gespeichert werden.

Fazit Color Projects Professional bietet dem Anwender eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen, die professionelles Arbeiten effizienter gestalten. Tatsache ist aber, dass man alle Effekte auch mit einer Bildbearbeitungssoftware realisieren kann, allerdings nur mit deutlich mehr Zeitaufwand. Vor diesem Hintergrund macht Color Projects Professional seine Arbeit vorbildlich und ist mit knapp 130 Euro für eine professionelle Software-Lösung auch nicht überteuert. Wer sich von Color Projects Professional selber einen Eindruck machen möchte, der kann sich die 30-Tage-Demo auf der Verlagswebsite herunterladen (siehe weiterführende Links). Zwar besitzt die Demoversion alle Features der vollständigen Software, allerdings blendet sie Wasserzeichen in die fertig berechneten Bilder ein.

Kurzbewertung

  • Einfache Handhabung
  • Sehr großer Funktionsumfang
  • Keine Pinselfunktion bei der selektiven Markierungsfunktion

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